17. Jul 2013

Mercedes startet Kampagne, 3D an drei deutschen Airports

17. Juli 2013 – Top-Kunde Mercedes-Benz wirbt auf neuen 3D-Hologrammpostern des Anbieters Realeyes: Invidis.de gibt einen Überblick über die 12 Monate vom ersten Prototypen am Airport Düsseldorf bis zum erfolgreichen Launch

Das Prinzip von Realeyes: Aus einem computer­ge­ne­rier­ten 3D-Modell werden Ren­derings aus ver­schie­de­nen Be­trach­tungs­winkeln aus­gegeben und über streich­holz­kopf­große Mikro­linsen wieder­gegeben (Foto/Grafik: Realeyes)

Die Hamburger Agentur more ambient vermarktet deutsch­land­weit das vom Kieler Anbieter Realeyes ent­wickelte 3D-Holo­grammposter-Medium an bisher drei deutschen Airports. In Düsseldorf, Hamburg und Köln/Bonn sind Werbe­flächen instal­liert – und mit der ersten bundes­weiten Kam­pagne im kleinen aber spek­taku­lären Out-of-Home-Netz­werk auch gebucht. Der Auto­bauer wirbt dabei für seine neue S-Klasse.

Begonnen hat die Realeyes-Story vor über sechs Jahren mit einer Idee von Felix von Laffert. Der Phy­siker wollte ein neues 3D-Medium schaf­fen und tat sich mit Kom­pagnon Philipp von Trotha zu­sammen. Wie bei einer Wackel­post­karte sollte ein über­dimen­sionier­tes 3D-Plakat ent­stehen, bei dem keine Brillen oder ähn­liche Hilfs­mittel be­nutzt wer­den müs­sen (siehe Info­grafik unten). Im Jahr 2006 wurde ihr Unter­nehmen ge­gründet – und es dauer­te einige Jahre und brauchte Part­ner aus For­schung und In­dustrie bis zum fer­tigen Pro­dukt. Die Uni Kiel und die Fraun­hofer-Insti­tute ge­hör­ten zu den Ko­opera­tions­part­nern auf For­scher­seite.

Auch in der In­dustrie wurde man fün­dig – alle Part­ner kom­men aus Deutsch­land oder der Schweiz. Spezial­film von Film-Her­stel­ler Ilford, spe­zielle Leucht­kästen von der Sommer GmbH aus Hilter bei Osna­brück, Teile vom Spritz­guss-Spe­zialisten: schon die Zu­lie­ferer stehen für inno­vative Pro­dukte. „Wenn man in der Ent­wick­lung effi­zient vor­gehen möchte, muss man sich die rich­tigen Part­ner suchen“, sagt Philipp von Trotha gegen­über invidis.de. Für ihn ist klar: „Es braucht Fir­men, die auf ih­rem Ge­biet echte Ex­perten sind.“

Bisher sind bis zu 2m2 große Hologramm­poster realisiert worden (Infografik: Thomas Kletschke/invidis.de)
Nach dem Gewinn des Innovations­preises 2010 des Bundes­wirt­schafts­ministe­riums war ein erster großer Ab­schnitt ge­schafft. Erste Messe­auf­tritte mit den Realeyes-Postern wur­den reali­siert. Was folgte, war die Serien­fer­ti­gung der Module ab 2012. Spek­taku­läre Um­setzun­gen für Kun­den wie den Kamera­her­steller Leica oder die Luxus­uhren-Marke Hublot zeigte, dass das Potenzial auch bei Wer­bung­treiben­den an­kommt. Und im hohen Norden wirbt man be­son­ders gerne mit dem 3D-Holo­gramm: auch die Sushi Factory ist seit Früh­jahr 2012 guter Kunde.

Seit Sommer 2012 wirbt man auch an Air­ports – zu­min­dest erst mal für das ei­gene Pro­dukt. Am Flug­hafen Düssel­dorf steht seit­dem eine Realeyes-Stele, der ersten Ge­ne­ration. Der Proto­typ ist noch etwas dicker, als die jetzi­ge Geräte­gene­ration. Grund: Wäh­rend die ak­tuellen Werbe­mittel mit LEDs ar­beiten, wurde die erste Serie noch mit Röh­ren hinter­leuchtet.

Und seit Mitte Juli sind an den Air­ports Düssel­dorf, Köln/Bonn und Hamburg jetzt die neuen Real­eyes-Poster im Ein­satz. Sie wer­den von der Ham­burger Agen­tur more ambient ver­marktet. Das kleine Netz in HAM, CGN und DUS kommt in der Branche gut an.

„Vor kur­zem wurde ein 3D Holo­gramm an unserem Ter­minal 1 (Abflug) instal­liert“, sagt CGN-Wer­be­leiter Stephan Merkens gegen­über invidis.de. „Da­bei hat die Ham­burger Agen­tur more ambient eine leer ste­hende Loca­tion ge­mietet, wo sie den Werbe­content für ihren Kun­den Mercedes ge­bucht hat.“ Der Flug­hafen Köln/ Bonn freue sich, die inno­vative Werbe­form ge­mein­sam mit der Ham­burger Agen­tur an­bieten zu kön­nen. „In der Nähe des Luft­hansa-Lounge im Shop­ping-Be­reich er­reicht der Auto­bauer da­mit vor allem die zah­lungs­kräf­tige Busi­ness-Kun­dschaft“, so Merkens im Ge­spräch mit invidis.de. Bis Mitte Ok­tober 2013 läuft die Kam­pagne des Auto­bauers.

Auch die Passagiere fahren auf den Reiz des räum­lich-dar­stellen­den Posters ab. Er­he­bungen am Ham­burger Air­port zeig­ten, dass über 80% aller Pas­san­ten ste­hen blie­ben und das Werbe­motiv inten­siv und lange be­trach­teten, heißt es bei more ambient. Im Ver­gleich zu den etwa acht Be­trach­tungs­win­keln bei 3D-Screens, die noch dazu einen ein­zigen op­ti­malen Be­trach­tungs­stand­punkt er­fordern, kön­nen bei Realeyes inner­halb eines Win­kels von 40° er­reicht wer­den. Dazu sind 30.000 Be­trach­tungs­win­kel not­wendig.

Für die Zu­kunft gibt es bei Realeyes in Kiel zwei Über­le­gungen: größere Boards oder viel­leicht auch Bewegt­bild-Con­tent sind Vi­sio­nen, die die Tüf­tler um­treiben. Aller­dings ist dies nicht ganz ein­fach. Eine 9m2 großes Board wie in un­serem Auf­macher­bild oben ist der­zeit noch nicht real. Es würde 2,25 Mil­lionen Mikro­linsen er­fordern. Ak­tuell sind For­mate bis 2m2 liefer­bar. Eine ge­wal­tige Menge an Da­ten muss trans­por­tiert und ge­spei­chert wer­den: 232 Giga­byte je Quadrat­meter.

Mit der Mercedes-Kampagne ist das Holo-Netzwerk offiziell in Betrieb (Foto: more ambient)